Sitzung des Präventionsrates Kelkheim

TOP 1 Begrüßung und Eröffnung:

Bürgermeister Kündiger begrüßt alle Anwesenden und bedankt sich für Ihr Kommen so kurz vor Weihnachten. Alle Anwesenden stellen sich kurz vor.

TOP 2 Lagebild öffentlicher Raum Kelkheim mit Folgen für die Kriminalprävention:

Herr Sickenberger als Vertreter der Polizeistation Kelkheim informierte über die aktuellen Zahlen der Kriminalitätsstatistik. Es ist ein Anstieg der Kriminaldelikte zu verzeichnen, wobei auch die Aufklärungsquote steigt.

-Der schwere Diebstahl aus Wohnungen ist deutlich zurückgegangen

-Der schwere Diebstahl in/ aus KFZ ist weiter angestiegen, vor allem hochwertige Navis werden von professionellen Banden aus dem Ausland gestohlen.

-Die Sachbeschädigungen haben die höchste Fallzahl. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Mobilen Jugendarbeit können Rückgänge verzeichnet werden. Die Polizeistation Kelkheim hat eine Mitarbeiterin abgestellt, die sofort einschreitet und umfassend ermittelt.

Herr Moog ergänzt die Aussage und stellt heraus, dass diesen Taten präventiv vorgebeugt werden kann, wenn die Bevölkerung ihre Beobachtungen zeitnah der Polizei/Ordnungspolizei mitteilt. Wichtig ist dabei der Informationsaustausch zwischen Ordnungsamt, Jugendreferat und Polizei sowie das Abstimmen des Vorgehens.

Herr Sickenberger berichtet kurz über die Brandserie in Kelkheim. Es handelt sich mittlerweile um 39 Brände, im September brannte es letztmalig. Die Belohnung der Stadt Kelkheim und der Versicherung ist noch aktuell. Bei jedem Brand gehen das Polizeipräsidium und die Polizeidirektion akribisch bei den Ermittlungen vor. Auch hier ist die Bevölkerung aufgerufen, sachdienliche Hinweise zu liefern.

TOP 3 Bericht des Präventionsrates des Main-Taunus-Kreises:

Der Geschäftsführer Peter Nicolay berichtet über Neuerungen im personellen Bereich und hofft, den Liederbacher Dr. Fünfsinn (ehemals Geschäftsführer des Landespräventionsrates und nun Generalstaatsanwalt in Frankfurt) für den Präventionsrat Main-Taunus gewinnen zu können. Er stellt kurz den Verein „Bürger und Polizei" vor, in dem der Präventionsrat nun Mitglied ist und hofft, dass hier gemeinsame Projekte finanziert werden können. Beim 20. Deutschen Präventionstag in Frankfurt betrieb der Präventionsrat Main-Taunus einen Messestand und war gefragter Ansprechpartner. Insbesondere die Organisationsstruktur und das Farbleitsystem fanden großes Interesse. Das Projekt „Aufmerksamer Nachbar" hat bis nach Zagreb Nachahmer gefunden.

Weiterhin bedankt er sich bei allen Städten, und ganz besonders bei Kelkheim, für die gute Organisation der Veranstaltungen, wie die Präsentation auf dem Marktplatz, um im Oktober rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit die Bürgerinnen und Bürger vor Einbruch/Diebstahl zu warnen.

Herr Moog, der seit September neben Herrn Nicolay ebenfalls zum Geschäftsführer des Präventionsrates berufen wurde, berichtet über das Präventionsprojekt „Salafismus". Handlungsbedarf bestand wegen mehrerer radikalisierter junger Leute aus dem Main-Taunus-Kreis, die nach Syrien ausgereist waren. Ein 10-seitiger Falt-Flyer wurde entwickelt und bei einer Schulleiterdienstversammlung an alle Lehrer der hiesigen Schulen verteilt. Zielsetzung war und ist, rechtzeitig Anzeichen einer verstärkten „Islamisierung" zu erkennen, zu melden und so Schlimmeres zu verhindern. Herr Sickenberger bietet die sofortige Hilfe der Polizei an.

TOP 4 Aktuelle und geplante Präventionsprojekte:

4.1 Jugendarbeit

Frau Bliedtner berichtet über Veränderungen, die sich im Bereich Jugendarbeit durch die Flüchtlinge ergeben. Es finden hierzu regelmäßig Gespräche mit dem Runden Tisch statt. Im Focus der Jugendarbeit stehen vor allem auch die bleibenden Jugendlichen, die es zu integrieren gilt. So wurden die Öffnungszeiten des Jugendtreffs Ruppertshain erweitert, das „Besuchsalter" nach unten gesetzt und das Konzept verändert.

Die Jugendtreffs Fischbach und Ruppertshain sind gut besucht.

Samstags wird Fußballtraining für Jugendliche angeboten, auch Flüchtlinge sind dabei. Gemeinsam mit dem Jugendforum wird dieses Zusatzangebot gut angenommen.

Im Jugendtreff Mitte besteht auch Kontakt zu unbegleiteten Flüchtlingen, wie auch zu vielen anderen Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die gemeinsam in kreativen Projekten agieren.

Am Rosenmontagszug wird gemeinsam mit der Mobilen Jugendarbeit Suchtprävention gegen Alkoholkonsum betrieben. Erstmals ist neben dem Jugendtreff Fischbach oder der Treff in Mitte geöffnet.

Herr Sickenberger berichtet über die geänderte Strategie, den Rosenmontagszug bereits in der Sodener Straße aufzulösen, um die „kritischen Situationen" an der Kreuzung „Taunussparkasse" zu entschärfen.

Am Münsterer Weihnachtsmarkt ist die Jugendarbeit mit einem Stand vertreten.

Die Belebung des BMX-Parcours im Mühlgrund ist geplant. Hier könnte den jetzt jüngeren Nutzern ein Kurs mit Trainer angeboten werden.

Bürgermeister Kündiger ergänzt, dass derzeit rund 400 Flüchtlinge in Kelkheim wohnen. Es sind keine Straftaten von Flüchtlingen in Kelkheim bekannt. Er bedankt sich für das große ehrenamtliche Engagement von Ausländerbeirat, Rundem Tisch und Kirchen.

Frau Pinto Schneider, Vorsitzende des Ausländerbeirates und Mitgründerin des „Runden Tisch" Kelkheim, berichtet, dass in der neuen Flüchtlingsunterkunft in der Frankfurter Straße viele Kinder im Alter von 2 Monaten bis 17 Jahren untergebracht sind. Viele dort müssen auch mit dem lateinischen Alphabet vertraut gemacht werden. Es sind bereits Kurse in der Bücherei und vor Ort gestartet. Für rund 10 Jugendliche findet der Kurs in der Paulusgemeinde statt.

Herr Jung, fragt bei den Schulleitern nach der Nutzung der Klassenzimmer am Mittag.

Frau Polydore, Herr Haid und Frau Marnet sagen für die weiterführenden Schulen ihre Unterstützung zu.

Herr Haid berichtet, dass bereits Projekte, wie Kochen in der Eichendorff-Schule stattfinden. Er berichtet, dass bereits eine Intensivklasse eingerichtet wird, die dann in die Regelklassen integriert werden. Dies betrifft zurzeit 30 Schülerinnen und Schüler.

Frau Marnet teilt mit, dass in Fischbach die Schüler auf Klassen verteilt sind und ab Februar hoffentlich ein weiterer Lehrer zur Verfügung steht, eine Intensivklasse eingerichtet und damit „Deutsch als Zweitsprache" installiert werden könnte.

4.2 Kelkheimer Projekte

Bürgermeister Kündiger informiert, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie auch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer am Limit sind.

Er berichtet über einen Vorfall in der Stadtmitte, der von jungen Kelkheimer Erwachsenen im Alter von 21 bis 25 Jahren ausging. Auch hier muss integriert werden. Er wünscht sich hier zusätzlich eine attraktivere Gestaltung der Stadtmitte und auch eine Belebung der Bolzplätze. Hier könnten sich noch mehr Bürger beteiligen und Vorschläge einbringen.

Es gilt auch eine engere Verzahnung von Schule in Vereinen zu finden.

Weiterhin berichten Frau Pinto-Schneider und Frau Bliedtner, dass aus den Spenden für die Flüchtlingshilfe 2 Jahreskarten für den Bus von Ruppertshain angeschafft werden sollen, wie z.B. um zu den Sprachkursen der Fa. Rothenberger zu gelangen.

Frau Kahl berichtet über die Aktion der ev. Kirchengemeinde, Fahrräder zu sammeln und an die Flüchtlinge für 10,- Euro abzugeben, mit Helm, Weste und Fahrradschloss. Auch werden Fahrradreparaturen mit „Hilfe zur Selbsthilfe" angeboten.

Frau Pinto-Schneider ergänzt, dass es eine Fahrrad AG gibt, die gemeinsam mit den Flüchtlingen die Fahrräder überprüft und dass der Rotary-Club die Kosten für Ersatzteile übernimmt.

Herr Kleipa teilt mit, dass, wie im letzten Jahr, auch in diesem Jahr wieder vor den Schulen Fahrradkontrollen stattfanden. Nach dem fatalen schlechten Ergebnis im letzten Jahr, sind in diesem Jahr nur zwei Fährräder nicht verkehrstauglich gewesen.

4.3 Vorstellung des kreisweiten Präventionsprojektes zur Vermeidung von Straftaten gegen ältere Menschen

Herr Moog stellt das kreisweite Projekt vor. Ein Flyer stellt die Thematik für die Senioren sehr anschaulich dar. Zudem ist ein Aufkleber ergänzend geplant, der direkt an der Haustür angebracht, vor jedem Öffnen noch einmal an „Vorsicht gegenüber Unbekannten" erinnern soll.

Die Seniorenstelle „Älter werden in Kelkheim" sollte mit eingebunden werden.

Flyer und Aufkleber mit persönlichem Brief des Bürgermeisters sollen an die Seniorinnen und Senioren über 69 verschickt werden.

TOP 5 Aktuelle Themen und Berichte aus den Vereinen:

Herr Morgenstern als Vereinsringvorsitzender fragt nach, wie die Koordination zwischen Vereinen und der Flüchtlingshilfe „Runder Tisch" läuft.

Frau Pinto-Schneider berichtet, dass es bereits Vereine gibt, die helfen und dass das Interesse zu unterstützen, sehr groß ist. Sie bietet an, dass die Vereine sich gerne bei ihr informieren können. Herr Sauer berichtet von der Unterstützung des SV Fischbach.

Es wurde vorgeschlagen, einen Informationsveranstaltung für die Vereine anzubieten, wo der Runde Tisch berichtet, wichtige Infos gibt und ein Austausch stattfinden kann.

TOP 6 Organisation und Auftritt des Präventionsrates Kelkheim:

Herr Moog schlägt vor, den Flyer „Präventionsrat Kelkheim" neu aufzulegen, jedoch die teilnehmenden Organisationen ohne Namen zu nennen. Er lobt, dass bereits zwei konkrete Termine für die Sitzungen des Präventionsrates Kelkheim für 2016 festgelegt wurden. Außerdem bietet er seine Unterstützung bei der Überprüfung bestehender und der Erfassung neuer Präventionsprojekte an.

Bürgermeister Albrecht Kündiger bedankt sich bei allen Anwesenden für ihr Engagement. Die Sitzung endete um 21:15 Uhr.

Christine Michel