Das Hofgut

Hofgut

Von den alten Klostergebäuden ist heute kaum mehr etwas vorhanden. Die einzigen sichtbaren Zeugnisse sind Bruchstücke einiger Architekturteile aus Basaltschlacke. Diese sind in die Umfassungsmauer der einstigen Dungstätte in der Mitte des Hofes eingemauert.

Vielleicht stammen auch ein Teil der dicken Grundmauern und ein Kellergewölbe noch aus der Klosterzeit. Der Grundriss des Klosters ist seit Jahrhunderten unverändert. An der Südseite steht das Wohnhaus, davor liegt ein Garten.

Auf der östlichen Seite folgt auf ein Backhaus ein verschütteter Brunnen, daran schließen sich eine Branntweinbrennerei und zwei Schafställe an. Nördlicherseits begrenzen zwei Rindviehställe und ein Pferdestall den Hof.

Eine große Scheuer und mehrere Schweineställe schließen den Hof nach Westen ab. Westlich der Einfahrt hat der Schäfer seine Wohnung, auf der anderen Seite des Tores steht ein Kelterhaus.
Heute enthält das Hofgut neben Wohngebäuden vor allem die Pferdeställe des Reitstalles Rettershof. Die Wände der Gebäude sind mit launigen Sprüchen geschmückt. Jagddtrophäen des ehemaligen Besitzers Felix von Richter-Rettershof schmücken ebenfalls die Wände. Da nur wenige Reste des Klosters und des alten Hofguts vorhanden waren, gestaltete die Familie von Richter in den 1930er Jahren ihr Hofgut in einem historisierenden Stil. Im Kunst- und Antiquitätenhandel erwarben sie Kreuze, Wappensteine, Ofenplatten, Marmorvasen, Nepomuk- und Heiligenfiguren und andere alte Stücke und verschönerten damit ihr Besitztum.

Den Torbau mit Haubendachreitern, vor 1936 errichtet, ziert ein die ganze Breite einnehmendes Wandbild mit einer Ansicht des Klosters nach einer Karte von 1592, unterbrochen von einer gotischen Maßwerkbrüstung. Auch schmücken Teile eines Kreuzweges mit der Darstellung der Leiden Christi, Kruzifixe, alte Ofenplatten und schöne Wappensteine den Torbau. Ein besonderes Prunkstück ist das schmiedeeiserne Torgitter mit acht Wappen. Es wurde im Winter 1931/32 von dem arbeitslosen Kunstschlosser W. Stein in Eppstein aus altem Eisen angefertigt. Auf seine Bitte wurde ihm vom damaligen Besitzer des Rettershofes Nahrungsmittel an Stelle einer Geldvergütung geliefert.
Die Wappen der oberen Reihe sind von links die der Herren von Falkenstein, Reifenberg, Eppstein und Kronberg. Die untere Reihe zeigt von links die Wappen der früheren Besitzer des Rettershofes: Dieskau, Hessen, von Richter und vom Rath.