Hornau

Alte Kirche Hornau

 

Die alte Martinskirche im Stadtteil Hornau ist der älteste noch erhaltene Kirchenbau in Kelkheim. Die Jahreszahl 1725 im Bogen des Sandsteinportals zeigt das Datum ihrer Fertigstellung. Daneben steht das vor 1830 im klassizistischen Stil errichtete Gesindehaus des ehemaligen Hofgutes der Freiherren von Gagern. Seit 1954 ist es das Pfarrhaus der Kath. Pfarrgemeinde St. Martin.


 


Gagernweg in Kelkheim-Hornau


von Dietrich Kleipa

Innerhalb der Kulturregion Frankfurt RheinMain hat die Stadt Kelkheim mit dem Gagernweg im Rahmen des Projekts „Geist der Freiheit – Freiheit des Geistes" einen wichtigen Beitrag geleistet. Im ländlichen Hornau, seit 1938 ein Stadtteil von Kelkheim, hatten die Freiherren von Gagern von 1818 bis 1866 das Hofgut in Besitz. Mit Hans Christoph von Gagern (1766-1852) und seinen drei „politischen Söhnen" Friedrich (1794-1848), Heinrich (1799-1880) und Maximilian (1810-1889) gingen von Hornau starke Impulse für die Einigung und Demokratisierung Deutschlands aus. Heinrich von Gagern war 1848 der erste Präsident eines frei gewählten deutschen Parlaments, der Frankfurter Nationalversammlung.
Im Ortskern von Hornau bewahren die Gagernanlage, das Gagernhaus und besonders die Gräber auf dem Friedhof die Erinnerung an diese Familie. Diese Stätten sind mit dem 2010 geschaffenen Gagernweg verbunden. Auf dem etwa zwei Kilometer langen Rundweg stehen zur Zeit 8 Informationsstationen, die auf insgesamt 15 Tafeln mit Text und Bildern das Wirken und die Lebensumstände der Freiherren von Gagern auch in ihrem Wohnort Hornau erläutern. Im Einzelnen sind es die Themen: - Willkommen, - Das Hofgut Hornau, - Die Familie von Gagern, - Hornau Anfang des 19. Jahrhunderts, - Kirche und Glaube, - Schule und Bildung in Hornau, - Der Staufenschwur, - Der Hornauer Friedhof, - In den Gärten von Hornau. Weitere Stationen sollen die bereits vorhandenen Informationen ergänzen und vertiefen

Zu Beginn der historischen Wanderung durch das 19. Jahrhundert, die an der Gagernanlage in der Rotlintallee beginnt, ist das Gagernhaus, das ehemalige Hofhaus, zu sehen. Nur wenige Schritte sind es bis zur Gagernanlage, wo seit 1998 zum Gedenken an die Revolution vor 150 Jahren zwölf Findlinge eine Gagern-Gedenkstätte bilden. Dort ist die Familiengeschichte mit den Biografien des Freiherrn Hans Christoph von Gagern, seiner Frau Charlotte und den Söhnen Friedrich, Heinrich und Maximilian auf fünf Tafeln zu lesen. Über eine Station zur 1100-jährigen Geschichte Hornaus mit einem Ortsplan von 1823 geht es weiter zur alten Martinskirche und dem Thema Glaube und Kirche. Am ehemaligen Standort der ersten Hornauer Schule von 1710 informiert eine Tafel über Schule und Bildung in Hornau. Nur wenige Meter weiter steht mit Blick auf den Staufen eine Tafel zum „Staufenschwur", denn dort oben auf dem Felsen des „Großen Mannstein" leisteten im Herbst 1838 die drei Gagernbrüder den Schwur, ihre ganze Kraft der Zukunft Deutschlands zu widmen. Der Rundweg führt die Straße hinauf zum Höhepunkt des Rundganges, den Gagerngräbern auf dem Hornauer Bergfriedhof. Dort ruhen unter elf Grabmälern 16 Angehörige der Familie Gagern und der mit ihnen verschwägerten Familie der Freiherren von Breidbach-Bürresheim. Nach dem Besuch der Gagerngräber geht es hinunter zur letzten Station am Liederbach, wo über die von Hans Christoph von Gagern angelegten Nutz- und Ziergärten einiges zu lesen ist. Entlang des Liederbaches führt der Gagernweg zurück zur Liederbachbrücke, dem Ausgangspunkt an der Liederbachbrücke.

Literatur:
Dietrich Kleipa; Die Freiherren von Gagern in Hornau (Broschüre, 1998 hrsgg. vom Magistrat der Stadt Kelkheim