Kelkheim-Mitte

Kloster Kelkheim


Das Kelkheimer Kloster mit seinem markanten Kirchturm beherrscht die Kelkheimer Landschaft als Wahrzeichen weithin sichtbar. Die Klosterkirche wurde 1908/09 erbaut. Die Prunkstücke der Kirche sind die farbenprächtigen Glasmalereien der Fenster. Ein Besuch lohnt sich vor allem während der Weihnachtszeit. Die Krippe der Klosterkirche ist weithin bekannt.



Kath. Stadtkapelle St. Petrus und Paulus in Kelkheim-Mitte


von Dietrich Kleipa

Kelkheim war seit dem Mittelalter eine Filialgemeinde der Pfarrei Münster. Erst 1771 durften die Kelkheimer eine Kapelle errichten. Um Kosten zu sparen kauften sie das Bauholz der damals niedergelegten Wallfahrtskapelle auf dem Hofheimer Kapellenberg, schlugen die Fachwerkwände in Kelkheim wieder auf und schlossen den Bau mit einem schiefergedeckten Dachreiter ab. Die Weihe der Kapelle unter dem Patrozinium der Apostelfürsten Petrus und Paulus war 1774. Seit 1849 wurde an Sonn- und Festtagen in Kelkheim eine Frühmesse gefeiert. Zum Hochamt mussten die Kelkheimer weiterhin die Kirche in Münster besuchen.

An Stelle der alten Fachwerkkapelle wurde 1891/92 aus Backsteinen eine neue Kapelle erbaut, die am 31. Mai 1893 geweiht wurde. Der neuromanische Kirchenbau mit dem spitzen Turmhelm über den vier Giebeln prägt seitdem das Bild der alten Hauptstraße. Architekturteile wie Portal und Gesimse sind in Sandstein von dem gelben Ziegelmauerwerk abgesetzt.

Seit der Verleihung der Stadtrechte an Kelkheim im Jahre 1938 wird sie Stadtkapelle genannt, im Gegensatz zu der außerhalb der Stadt stehenden Klosterkirche, der Pfarrkirche. 1937 baute man an der Ostseite eine Sakristei an, eine umfassende Innenrenovierung führte man 1967 durch. Dabei wurde der alte Holzaltar durch einen modernen Altartisch aus rotem Lahnmarmor mit einem darüber hängenden, vergoldeten Kreuz ersetzt. Die Holzstatuen von Petrus und Paulus in den Nischen vor dem Chor sind Werke des 19. Jahrhunderts. Im Turm hängt die 250 kg schwere Erasmus-Glocke vorhanden, 1905 von der Firma Rincker in Sinn gegossen.

Literatur:
Josef Becker: 100 Jahre Stadtkapelle, in: Pfarrei aktuell, Weihnachten 1992, S. 3-15