Eppenhain

Katholische Pfarrkirche Eppenhain


von Dietrich Kleipa

Das kleine Taunusdorf Eppenhain gehörte seit dem Mittelalter kirchlich zur Pfarrei Fischbach. Ab 1826 wurde der Gottesdienst im Schulsaal des ein Jahr zuvor erbauten Schulhauses (heute Altes Rathaus) gehalten. Ein eingebauter Messaltar im Schulsaal und das Glockentürmchen auf dem Schulhaus bewirkten, dass die Eppenhainer das Schulhaus auch als Kapelle bezeichneten. Erst eine großzügige Stiftung der frommen Frau Hedwig Ecke (1853-1908) aus Breslau ermöglichte 1907/08 einen eigenen Kirchenbau. Architekt war der preußische Regierungsbaurat Saran in Wiesbaden. Am 21 September 1908 erfolgte die Einweihung. Als Baumaterial wurden Steine aus Eppenhainer Steinbrüchen sowie Basaltsteine aus dem Westerwald verwendet. Dieses Material passt sich hervorraged der umgebenden Taunuslandschaft an. Unverwechselbar ist die Vorhalle mit einer Dachkonstruktion aus Holz, die den steilen Treppenaufgang überdacht.

Im Kircheninnern ist heute der ursprüngliche Zustand verändert: Kreuzweg und Kanzel wurden entfernt, die Wandgemälde übertüncht, aus der Kommunionbank ein Altartisch gebaut. Erhalten blieben die ein Teppichmuster zeigenden Glasmalereien der Fenster und im Chor ein Antoniusfenster. Sehenswert sind die drei neugotischen Altäre aus der Bauzeit der Kirche: Im Chor der Hochaltar mit den Statuen der hl. Hedwig (Namenspatronin der Stifterin), von Jakobus dem Älteren, Antonius und Nepomuk. Auf der linken Seite steht der Marienaltar und rechts der Altar des hl. Josef, des Patrons der Kirche. Die Altäre wurden von Bildhauer Peter Tillmanns aus Erkelenz geschaffen. Die Kirche St. Josef hat drei Glocken, die alle 1956 in der Firma Rincker in Sinn gegossen wurden.

Literatur:
Franz Fischer; Eppenhain im Taunus. Beiträge zu seiner Geschichte, Frankfurt a. M. 1985, S. 81-85