Was erledige ich wo?

Bezeichnung:
Heilbehandlung für Kriegsopfer und Opfer von Gewalttaten beantragen
Beschreibung:

Leistungsbeschreibung

Als beeinträchtigte Person - sog. Beschädigte(r) – erhalten Sie Heilbehandlung für Gesundheitsstörungen, die als Folge einer Schädigung anerkannt oder durch eine anerkannte Schädigungsfolge verursacht worden sind.

Zweck der Heilbehandlung ist es

  • die Gesundheitsstörungen oder die durch sie bewirkte Beeinträchtigung der Berufs- oder Erwerbsfähigkeit zu beseitigen oder zu bessern,
  • eine Zunahme des Leidens zu verhüten,
  • Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, zu überwinden, zu mindern oder ihre Verschlimmerung zu verhüten,
  • körperliche Beschwerden zu beheben,
  • die Folgen der Schädigung zu erleichtern,
  • oder eine möglichst umfassende Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen.

 

Als Schwerbeschädigte(r) (GdS mind. 50) erhalten Sie Heilbehandlung auch für Gesundheitsstörungen, die nicht als Folge einer Schädigung anerkannt sind. Dieser umfassende Anspruch gilt jedoch nicht, wenn Sie entsprechende Ansprüche gegenüber einem anderen Sozialversicherungsträger (z.B. gesetzl. Krankenkasse) haben. Einschränkungen gelten u.a. auch, wenn Sie bestimmte Einkommensgrenzen überschreiten.

Desweiteren können Sie, Ihre Angehörigen und Hinterbliebenen Leistungen der Krankenbehandlung erhalten. Der Anspruch auf Krankenbehandlung ist jedoch ausgeschlossen, wenn bereits ein entsprechender Anspruch gegenüber einem anderen Sozialversicherungsträger (z.B. gesetzl. Krankenkasse) besteht. Einschränkungen gelten u.a. auch, wenn Sie bestimmte Einkommensgrenzen überschreiten.

 

Die Leistungen der Heil- und Krankenbehandlung werden grundsätzlich als Sachleistungen erbracht.

Verfahrensablauf

Leistungen der Heil- und Krankenbehandlung werden grundsätzlich auf Antrag gewährt.

  • Zahnersatz,
  • Hilfsmittel,
  • Bewegungstherapie,
  • Sprachtherapie,
  • Beschäftigungstherapie,
  • Belastungserprobung,
  • Arbeitstherapie,
  • Badekuren,
  • Ersatzleistungen,
  • Versehrtenleibesübungen.

Alle übrigen Leistungen werden von Ihrer Krankenkasse für die Versorgungsverwaltung erbracht.
Sind Sie nicht Mitglied einer Krankenkasse, wenden Sie sich an die für Ihren Wohnort zuständige Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK).

An wen muss ich mich wenden?

an das für Ihren Wohnort zuständige Amt für Versorgung und Soziales – Versorgungsamt.

Voraussetzungen

Anerkennung als Berechtigter (Anerkennungsbescheid)

Welche Unterlagen werden benötigt?

  • Antrag (formlos möglich)
  • Anerkennungsbescheid als Beschädigter oder Schwerbeschädigter
  • Versichertenkarte der Krankenkasse
  • Bescheinigung über Schädigungsfolgen durch die Versorgungsbehörde

Je nach Fallgestaltung werden andere oder weitere Unterlagen benötigt. Bitte wenden Sie sich zur Klärung vorab an die zuständige Stelle (je nach Leistungsart an das für Ihren Wohnort zuständige Versorgungsamt oder Ihre Krankenkasse).

Welche Gebühren fallen an?

Werden ausschließlich Schädigungsfolgen behandelt, dürfen keine Zuzahlungen erhoben werden. Bei Leistungen, bei denen ein Festbetrag vorgesehen ist, sind schädigungsbedingt nicht notwendige Kosten, die über den Festbetrag hinausgehen, vom der/dem Berechtigten selbst zu tragen.

Welche Fristen muss ich beachten?

Die zur Erlangung von Heilbehandlung maßgebenden Fristen sind in § 18a Bundesversorgungsgesetz (BVG) geregelt.

Bearbeitungsdauer

Die Heilbehandlung wird in der Regel sofort erbracht. Bestimmte Leistungen (z.B. orthopädische Versorgung, Zahnersatz, Badekuren) sind in einem Bewilligungsverfahren zu prüfen und sollten daher rechtzeitig beantragt werden.

Bitte wenden Sie sich zur Klärung vorab an die zuständige Stelle (je nach Leistungsart an das für Ihren Wohnort zuständige Versorgungsamt oder Ihre Krankenkasse).

Rechtsbehelf

Gegen Entscheidungen der Versorgungsbehörde können Sie innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe der Entscheidung Widerspruch einlegen.

Über Widersprüche zu Entscheidungen, die von der Krankenkasse im Rahmen ihrer Leistungserbringung für das Versorgungsamt getroffen wurden, entscheidet ebenfalls das für Sie zuständige Versorgungsamt.

Was sollte ich noch wissen?

Broschüre Kriegsopferfürsorge
(Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

Fachlich freigegeben durch

Dietmar Beyer – RPGI – Dez. 61

Fachlich freigegeben am

06.10.2016

Typisierung

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